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Warten Sie nicht bis zum letzten Tag. Fehler bei Adressierung, Übermittlung oder Fristberechnung können gravierende Folgen haben. Eine E-Mail ist nicht ohne Weiteres die gesetzlich sichere Form eines Einspruchs.
Was ein Strafbefehl bedeutet
Das Gericht entscheidet im schriftlichen Verfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft, ohne zuvor Zeugen in einer öffentlichen Hauptverhandlung zu hören. Möglich sind insbesondere Geldstrafe und weitere gesetzlich vorgesehene Rechtsfolgen. Wird kein rechtzeitiger Einspruch eingelegt, tritt grundsätzlich Rechtskraft ein.
Neben der eigentlichen Sanktion können Eintragungen, Fahrerlaubnisfolgen, ausländerrechtliche oder berufliche Auswirkungen bedeutsam sein. Diese Folgen hängen vom Einzelfall ab.
Voller oder beschränkter Einspruch?
Ein Einspruch kann den gesamten Strafbefehl angreifen oder auf bestimmte Beschwerdepunkte beschränkt werden. Ob eine Beschränkung sinnvoll ist, darf nicht schematisch entschieden werden. Sie kann Teile des Strafbefehls rechtskräftig werden lassen.
Was nach dem Einspruch geschieht
Ist der Einspruch zulässig, wird regelmäßig eine Hauptverhandlung anberaumt. In gesetzlich geregelten Fällen, insbesondere bei einer Beschränkung auf die Höhe von Tagessätzen, kommt unter Voraussetzungen auch eine Entscheidung ohne Hauptverhandlung in Betracht. Das Gericht ist im Umfang des Einspruchs grundsätzlich nicht an die Rechtsfolgen des Strafbefehls gebunden.
Erst die Akte, dann die endgültige Entscheidung
Durch Akteneinsicht lässt sich prüfen, welche Aussagen, Dokumente und sonstigen Beweismittel den Strafbefehl tragen. Danach können Chancen und Risiken der weiteren Verteidigung, eine mögliche Beschränkung oder Rücknahme des Einspruchs sachgerecht beurteilt werden.
Folgen und Risiken des Einspruchs
Reicht es, die Geldstrafe zu bezahlen?
Die Zahlung beseitigt nicht die rechtliche Bedeutung einer Verurteilung. Vor Zahlung und Fristablauf sollten Tatvorwurf und Folgen geprüft werden.
Kann die Strafe nach Einspruch höher werden?
Im Umfang eines Einspruchs ist das Gericht grundsätzlich nicht an den Ausspruch im Strafbefehl gebunden. Das konkrete Risiko muss anhand der Akte bewertet werden.
Kann ich den Einspruch zurücknehmen?
Eine Rücknahme ist grundsätzlich möglich. Nach Beginn der Hauptverhandlung bedarf sie regelmäßig der Zustimmung der Staatsanwaltschaft. Lassen Sie Zeitpunkt und Folgen vorher prüfen.
Rechtliche Grundlagen insbesondere §§ 410 und 411 StPO. Stand: September 2026.
Häufige Fragen
Wie lange kann ich Einspruch einlegen?
Die Frist beträgt grundsätzlich zwei Wochen ab Zustellung. Das Original und insbesondere der Zustellungsumschlag müssen sofort geprüft werden.
Muss der Einspruch begründet werden?
Für die bloße Einlegung ist grundsätzlich keine Begründung erforderlich. Umfang und Strategie sollten dennoch anwaltlich geprüft werden.
Kann ein Einspruch beschränkt werden?
Eine Beschränkung, etwa auf bestimmte Rechtsfolgen, kann möglich sein. Ob sie sinnvoll ist, hängt von Akte und Ziel ab.
Was passiert ohne Einspruch?
Nach Fristablauf kann der Strafbefehl rechtskräftig werden und einem rechtskräftigen Urteil gleichstehen.
Qualität und Transparenz
Redaktion und fachliche Verantwortung.
Fachlich verantwortlich: Rechtsanwalt Frank Ertan Ulrich, Fachanwalt für Strafrecht. Letzte redaktionelle Aktualisierung: 4. September 2026.
Die Darstellung dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls.